Was wäre, wenn alle Kinder den Friedensnobelpreis bekämen?
Am Weltkindertag 2025 haben wir eine Frage gestellt, ohne zu wissen, wohin sie führen würde. Heute, am 31. Januar 2026, dem letzten Tag der Nominierungsfrist, ist diese Frage in Oslo angekommen. Mehrfach. Aus verschiedenen Ländern. Eingereicht von Menschen, die das Recht haben zu nominieren.
Heute gilt unser Dank diesen Menschen. Und all jenen, die die Frage weitergestellt haben, die sich mit jungen Menschen unterhalten haben, was sie von dieser Idee halten, die ein Zusammenspiel ermöglicht haben über Generationen und Grenzen hinweg. Von diesem Moment an gehört die Frage nicht mehr uns. Sie gehört ihnen. Genau das war unsere Hoffnung. Genau das ist nun geschehen.
Diese drei Worte – Was wäre, wenn – haben eine Reise begonnen, die sich nicht planen ließ. Sie führte von einem kleinen Kreis beim World Child Forum in Davos bis nach Oslo, getragen von Menschen, die sich oft nicht kennen und sich vielleicht nie begegnen werden. Und doch verbindet sie etwas Gemeinsames: die Bereitschaft, eine Frage nicht sofort zu beantworten, sondern sie offen zu halten und ihr Raum zu geben. Das ist die besondere Kraft von Fragen. Sie öffnen Räume, in denen Denken möglich wird, und schaffen Verbindungen dort, wo zuvor keine waren. Nur so kann wirklich Neues entstehen.
Ob die Kinder der Welt auf die Shortlist des Friedensnobelpreises kommen, liegt nun in den Händen des Komitees in Oslo. Das können wir nicht beeinflussen.
Was wir beeinflussen können, ist etwas anderes: Im Juli kommen 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Davos zusammen. Nicht um Antworten zu verkünden, sondern um weiterzufragen. Um zuzuhören. Um gemeinsam darüber nachzudenken, was Verantwortung bedeutet in einer Welt, die wir den Jüngsten nicht nur erklären, sondern mit ihnen gestalten wollen.
Das World Child Forum ist der Ort, an dem solche Fragen entstehen. Nicht als Programmpunkt, sondern als Haltung. Nicht als Ergebnis, sondern als Anfang. Die Frage nach dem Friedensnobelpreis für alle Kinder ist dort entstanden. Sie war nicht geplant. Sie ist aus Gesprächen gewachsen, aus Begegnungen, aus dem Mut, etwas zu denken, das es noch nicht gab.
Was im Juli 2026 entstehen wird, wissen wir noch nicht. Genau das ist der Punkt.
„Was wäre, wenn" ist eine Methode. Eine Art, die Welt zu betrachten, die Zukunft nicht als festgelegt behandelt, sondern als gestaltbar. Noch haben nicht alle von dieser Frage gehört. Noch kennt nicht jede und jeder das World Child Forum. Das ist kein Zeichen des Scheiterns, sondern Ausdruck, dass wir unterwegs sind. Es ist auch eine Einladung: An alle, die glauben, dass sich die Welt verändern lässt, auch und gerade in schwierigen Zeiten. An alle, die nicht fragen, ob es sich lohnt, sondern die es einfach tun. An alle, die einen Ort suchen, an dem ihre Fragen Platz haben.
Danke an alle, die diese Frage tragen. Sie wirkt. Und sie ist erst der Anfang.
Dankeschön!
Achim Greisel, Aline Sommer-Noack, Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg, André Stern, Annette Risi, Armin Ilgenfritz, Berni Hanel, Britta Buhck, Carmen Knoebel, Caroline Battel, Christian Fuchs, Christian Wehner, Franz Walter, Fritz Hinrichsmeyer, Dr. Gerald Hüther, Guido Volk, Harald Buchheister, Prof. Dr. Harald Welzer, Isabel Albrecht, Janina Lin Otto, Janine Wölfel, Jerome Braun, Judith Dobner, Julian Richter, Kerstin Dreier, Leon Pelikan, Lina Westermann, Marie-Claire Graf, Prof. Maja Göpel, Miriam Zeleke, Niklas Ganssauge, Nils Langemann, Peter Spiegel, Phieby Nicole Skadow, Raban Ruddigkeit, Rahel Tschopp, Reinhard Kahl, Schubert Antje, Silke Weiß, Stefan Magh, Dirk Böttcher, Prof. Dr. Lars Hochmann, Magret Rasfeld, Stella Schaller, Tamara Will, Vera Ganssauge, Vera Kießling, Vlorë Krug, Wendy Suter-Lim, Werner Pommerenke, Wolfgang Tiefensee, Yeonjae Lee, MdB Josephine Ortleb, Lee Hyunchul, Seo Kilsoo, Cho Haejoang, und viele mehr.
World Child Forum
Was macht das World Child Forum eigentlich? Wir spielen. Wir experimentieren. Wir nehmen eine Reihe von Fragen und formen sie in andere um. Ein Ort, an dem Erwachsene wirklich zuhören, wenn Kinder sprechen. An dem niemand das letzte Wort hat. An dem die Frage einer Achtjährigen genauso viel zählt wie die Erfahrung eines Sechzigjährigen. Jeden Tag eine Frage, die niemand allein beantworten kann.
Warum Davos? Weil hier über Zukunft entschieden wird. Und weil die, die am längsten mit diesen Entscheidungen leben, selten im Raum sitzen. Das ist der Davos Loop: Fragen sammeln, wo über Zukunft entschieden wird. Fragen erforschen, wo niemand das letzte Wort hat. Manchmal entsteht dabei etwas Neues. Eine Frage, die noch niemand gestellt hat.